{"id":3285,"date":"2017-03-15T21:46:51","date_gmt":"2017-03-15T19:46:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ms-sydney.ch\/?p=3285"},"modified":"2023-05-18T15:43:05","modified_gmt":"2023-05-18T13:43:05","slug":"binnenschiffer-auf-kvb-sjouwer-vom-8-03-14-03-2017","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ms-sydney.ch\/?p=3285","title":{"rendered":"Binnenschiffer auf KVB Sjouwer vom 8.03. &#8211; 14.03.2017"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.ms-sydney.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/IMG_2190.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-3294\" src=\"https:\/\/www.ms-sydney.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/IMG_2190-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\"><\/a>Seit Jahren tr\u00e4umte ich von einer Mitfahrgelegenheit auf einem Frachter. Dies nach M\u00f6glichkeit auf einem uns bekannten Gew\u00e4sser. Zum Gl\u00fcck tr\u00e4umte ich scheinbar nicht immer lautlos, sodass mich Astrid zu meinem letzten Geburtstag mit einer solchen Reise \u00fcberraschte.<\/p>\n<p>Nun ist es also soweit. Schon mehrere Monate war Astrid mit dem Reisevermittler der KVB Sjouwer per Mail in Kontakt und bis 5 Tage vor meiner Abreise wusste ich weder von wann bis wann ich reisen werde noch wo ich an Bord gehen sollte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.ms-sydney.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/DSC01792.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-3293\" src=\"https:\/\/www.ms-sydney.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/DSC01792-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\"><\/a>Am Samstag, 4. M\u00e4rz 2017 kam dann der lang ersehnte Anruf von Kapit\u00e4n und Eigner Folkert Jan Semplonius mit der Frage, ob ich bereits am Montag, 6. M\u00e4rz 2017 in Mannheim an Bord kommen wolle. Die Sjouwer fahre mit Containern zu Tal. Leider hatte ich f\u00fcr diesen Montag noch gesch\u00e4ftliche Termine und so haben wir uns geeinigt, dass ich am Mittwoch, den 8. M\u00e4rz 2017 in Antwerpen &#8222;anheuern&#8220; werde.<\/p>\n<p>Das f\u00e4ngt ja schon gut an: Da ich bis am Dienstag um 16.00 Uhr noch nichts geh\u00f6rt habe, erkundigte ich mich mal, wie\/wo\/wann ich nun in Antwerpen sein sollte. &#8222;Antwerpen? &#8211; wir sind noch immer in Mannheim und kommen fr\u00fchestens heute Nacht um 01.00 Uhr sicher jedoch gegen 04.00 Uhr weg.&#8220;<\/p>\n<p>Wir einigten uns, dass ich mich nun sofort in Richtung der Sjouwer aufmachte.&nbsp; Mit dem Auto bin ich also am 7. M\u00e4rz 2017 von zu Hause in Richtung Norden losgefahren und nach einer knapp vierst\u00fcndigen Fahrt in Mannheim eingetroffen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.ms-sydney.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/20170307_210945.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-3288\" src=\"https:\/\/www.ms-sydney.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/20170307_210945-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\"><\/a> Die Beladearbeiten waren noch voll im Gange und sollten scheinbar nicht vor 01.00 Uhr fertig sein. Nach einer kurzen aber herzlichen Begr\u00fcssung durch Kapit\u00e4n Folkert, seiner Frau Riny und dem Steuermann Peter haben wir meinen Defender per schiffseigenem Kran auf das Achterdeck neben die zwei bereits abgestellten Fahrzeuge gestellt. Anschliessend wurde mein Gep\u00e4ck in die Kaj\u00fcte verfrachtet und ich erhielt eine kurze F\u00fchrung durch den top eingerichteten Wohnbereich, die Eignerwohnung mit mehreren Zimmern sowie die \u00fcbrigen Wohn- und Esszimmer, Dusche mit Waschmaschine und Tumbler und separater Toilette. Um 21.30 Uhr verabschiedete sich Folkert, damit er bis zur Abfahrt um 04.00 Uhr noch etwas schlafen konnte. Auch ich wollte um 04.00 Uhr aufstehen und ging kurz nach 22.00 Uhr zu Bett.<\/p>\n<p>Am Mittwoch, 8.03.2017 um 00.15 Uhr hiess es dann bereits Leinen los. Der Back (vorderer Teil des Schubverbandes) &nbsp;wurde angekoppelt und mit 4 Drahtseilen fest verbunden. Dann ging es aus dem Neckar in den Rhein und zu Tale in Richtung Antwerpen. Dies nat\u00fcrlich ohne mich auf der Br\u00fccke, da ich in meiner Koje perfekt geschlafen habe. Um 06.00 Uhr bin ich dann aber bereits auf der Br\u00fccke erschienen, welche nicht wie gestern Abend durch eine Lucke aus der Wohnung bestiegen werden konnte, sondern \u00fcber das Achterdeck und die Leiter erklommen werden musste. Das F\u00fchrerhaus kann bis auf 10 Meter ab Deck hochgefahren werden, damit auch bei einer hohen Ladung wie Container die Sicht \u00fcber das ganze Schiff samt Fahrgebiet gew\u00e4hrleistet bleibt. Nach der Durchfahrt durch die Loreley, welche ich schon mehrmals mit dem eigenen Schiff durchfahren habe, fragte mit der Kapit\u00e4n, ob ich auch mal fahren wolle. Diese Chance wollte ich mir nat\u00fcrlich nicht entgehen lassen und so fuhr ich bereits am ersten Tag \u00fcber 100 Kilometer mit dem KVB Sjouwer bis nach K\u00f6ln. Ein echt tolles Erlebnis, ein &#8222;richtiges Schiff&#8220; man\u00f6vriert zu haben. Den Abend verbrachten wir wieder im F\u00fchrerhaus bei einer dunklen und regnerischen Stimmung.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.ms-sydney.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/DSC01743.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-3289\" src=\"https:\/\/www.ms-sydney.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/DSC01743-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\"><\/a>Am Donnerstag, 9.03.2017 bin ich kurz vor 6 Uhr erwacht, weil die Sjouwer an Fahrt verloren hat. Die erste Schleuse, bei Nacht und dickem Nebel, stand vor uns. Die &#8222;Volkeraksluis&#8220; ist mit 3 Kammern von rund 326 Metern L\u00e4nge und je 24 Metern Breite die meistbefahrene Schleuse Europas. Folkert man\u00f6vrierte das Schiff mit Hilfe der Funkverbindung zu den zwei Matrosen und den Aussenkameras ohne jegliche Probleme in die Kammer, in welcher noch f\u00fcnf weitere Frachter mitgeschleust wurden. Alleine der Funkverkehr mit den Matrosen war ein Erlebnis und erinnerte mehr an eine Sportmoderation als an ein Schleusenman\u00f6ver. Gratuliere &#8211; die Typen haben ihr Schiff im Griff.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.ms-sydney.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/DSC01762.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-3290\" src=\"https:\/\/www.ms-sydney.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/DSC01762-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\"><\/a> U<a href=\"https:\/\/www.ms-sydney.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/DSC01769.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-3291\" src=\"https:\/\/www.ms-sydney.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/DSC01769-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\"><\/a>nmittelbar nach der zweiten &nbsp;Schleuse &#8222;Kreekraksluis&#8220; haben wir den Schubverband festgemacht und es sind 2 Elektriker an Bord gekommen, welche ein schon seit ein paar Tagen vorhandenes Problem repariert haben. Es mussten immer zwei Generatoren (Hauptschiff und Back) laufen gelassen werden. Jetzt surrt nur noch einer und alles ist wieder bestens. Da die Arbeiten aber nicht abgeschlossen werden konnten, haben wir kurzerhand das Auto der Monteure aufgeladen und sie konnten w\u00e4hrend der Fahrt bis nach Antwerpen ihre Arbeit fertig machen. Folkert hat ihnen dabei tatkr\u00e4ftig geholfen. Wir alle Unbeteiligten waren echt froh, dass das Schiff noch gestartet werden konnte.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.ms-sydney.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/IMG_2297.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-3295\" src=\"https:\/\/www.ms-sydney.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/IMG_2297-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\"><\/a> <a href=\"https:\/\/www.ms-sydney.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/IMG_2301.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-3296\" src=\"https:\/\/www.ms-sydney.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/IMG_2301-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\"><\/a> <a href=\"https:\/\/www.ms-sydney.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/IMG_2431.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-3300\" src=\"https:\/\/www.ms-sydney.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/IMG_2431-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\"><\/a>Im Hafen Antwerpen, welcher gem\u00e4ss eigenen Angaben der Hafen mit den meisten Containerumschl\u00e4gen Europas ist, konnten wir an einem Dock einen leeren Container abladen, welcher zur Reparatur musste. Um zu unserem n\u00e4chsten Dock zu kommen, mussten wir durch die Seeschleuse, welche uns zwei Stunden warten liess. W\u00e4hrend dieser Wartezeit wurde der Back abgekoppelt und l\u00e4ngs festgemacht. Somit waren mit 23 Metern doppelt so breit. Dann standen wir wieder an einem Dock, bei welchem 30 Container entladen werden sollten. Dies geschah auch nach rund 3 weiteren Stunden Wartezeit. Der weitere Abladeplan wurde umgestellt, sodass wir nach einem weiteren Dock wieder durch die Seeschleuse in den inneren Teil des Hafens&nbsp; mussten, Container abladen, durch die Seeschleuse nach draussen und nochmals ein paar Container entladen und wenige zuladen, welche nach Rotterdam mussten.<\/p>\n<p>Am Freitag, 10.03.2017 erwachte ich erst um ca. 6.30 Uhr, weil es verd\u00e4chtig ruhig war. Peter hat nachts noch 3 Docks angefahren und ist anschliessend wieder durch die Seeschleuse in den Innenhafen gefahren, wo er die Sjouwer um 03.00 Uhr festgemacht, resp. durch die Matrosen&nbsp; festmachen lassen hat. Hier mussten wir nun warten, bis wir dann endlich um ca. 10.00 Uhr ein paar Container entladen und andere zuladen konnten.<\/p>\n<p>Beim Fr\u00fchst\u00fcck informierte uns der Steuermann Peter, dass er auf Grund gesundheitlicher Probleme seiner Mutter sofort nach Hause m\u00fcsse. Kurzerhand wurde w\u00e4hrend des Schleusenman\u00f6vers sein Auto abgeladen und er brauste davon. &nbsp;Den ganzen Tag verbrachten wir im Hafen Antwerpen mit umlegen des Schiffes von Dock zu Dock und immer wieder wurden Container ausgewechselt. Mehrmals \u00e4nderte Folkert das Programm, welches den Standort der einzelnen Container definiert. Musste doch der neue Abladeort aber auch die optimale Gewichtsverteilung innerhalb des Schiffes ber\u00fccksichtigt werden. Die Anzeige im Steuerhaus zeigt die Neigung des Schiffes in cm pr\u00e4zise an und notfalls k\u00f6nnte sogar Wasser in spezielle Tanks gepumpt werden, um eine zu starke Neigung auszugleichen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.ms-sydney.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/IMG_2371.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-3297\" src=\"https:\/\/www.ms-sydney.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/IMG_2371-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\"><\/a><a href=\"https:\/\/www.ms-sydney.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/IMG_2377.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-3299\" src=\"https:\/\/www.ms-sydney.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/IMG_2377-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\"><\/a><a href=\"https:\/\/www.ms-sydney.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/IMG_2375.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-3298\" src=\"https:\/\/www.ms-sydney.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/IMG_2375-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\"><\/a>Die Wartezeit am Nachmittag nutzen wir zu einer ausf\u00fchrlichen Besichtigung des Schiffes. Angefangen bei der hochmodernen Steueranlage, dem Maschinenraum mit den zwei Mitsubishi 16&nbsp;V Motoren von je 1&#8217;700 PS, den drei&nbsp; Bugstrahlrudern Scania V8 mit zweimal 550 PS und einmal 650 PS bis hin zu der Einrichtung der Koppelung des Schiffes mit der Back. Auch die drei Generatoren, welche abwechslungsweise zum Einsatz kommen, sind in einem einwandfreien Zustand anzutreffen. Die 4 \u00bd &#8211; Zimmer Bugwohnung der Matrosen samt K\u00fcche, Wohnzimmer und Bad\/WC weisen denselben Komfort wie die Eignerwohnung aus.<\/p>\n<p>Um 21.30 Uhr hiess es dann (endlich) Leinen los und wir starteten unsere Nachfahrt durch den Hafen Antwerpen in Richtung Rotterdam. Da der Wegfall von Peter unplanm\u00e4ssig stattgefunden hat und Folkert dadurch nicht vorschlafen konnte, habe ich ihn durch die Nacht begleitet. Sehr viel konnte ich \u00fcber das wirklich interessante Schifferleben und die Probleme eines Frachtschiffeigners erfahren, welches&nbsp; in keiner Weise mit den Freuden und Leiden der Hobbyschiffer vergleichbar ist, zu welchen wir uns auch z\u00e4hlen. Das wirklich gute Gespr\u00e4ch dauerte bis 3.00 Uhr. Um diese Zeit stiess Peter bei der Schleuse &#8222;Volkeraksluis&#8220; wieder zu uns und nach kurzem Verlad seines Wagens verabschiedete ich mich und ging auch zu Bett. Die Weiterfahrt \u00fcbernahm Peter, da er am Abend doch ein paar Stunden vorschlafen konnte.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.ms-sydney.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/IMG_2200.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-3313\" src=\"https:\/\/www.ms-sydney.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/IMG_2200-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\"><\/a> <a href=\"https:\/\/www.ms-sydney.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/IMG_2407.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-3314\" src=\"https:\/\/www.ms-sydney.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/IMG_2407-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\"><\/a> <a href=\"https:\/\/www.ms-sydney.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/IMG_2408.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-3315\" src=\"https:\/\/www.ms-sydney.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/IMG_2408-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\"><\/a>Nachdem ich das Schiff durch den ganzen Hafen von Rotterdam steuern durfte lief der Samstag, 11.03.2017 in etwa gleich ab, wie die bisherigen Tage in Antwerpen. Von Dock zu Dock mit den scheinbar \u00fcblichen Wartezeiten. Alleine die einzelnen Wege waren um einiges l\u00e4nger, sodass wir doch immer wieder eine geraume Zeit fahren konnten. Die einzelnen Anlegeman\u00f6ver forderten die Mannschaft, welche diese Aufgaben sehr gut bew\u00e4ltigt hat. Auch der Back musste wieder l\u00e4ngs geholt werden, was auch immer ein Erlebnis darstellt.<\/p>\n<p>&#8222;Willkommen in der Schifffahrt&#8220;. Mit diesen Worten empfing mich Folkert, nachdem ich mein Mittagsnickerchen gemacht hatte. Wir k\u00f6nnen erst am Montag die restlichen Container zuladen. Somit gibt es wieder 2 Tage Wartezeit in Rotterdam zu \u00fcberbr\u00fccken. Schon plante ich meine R\u00fcckfahrt mit dem Auto ab Rotterdam, da ich nicht 2 Tage nur rumsitzen wollte. Eine halbe Stunde sp\u00e4ter dann der neue Plan, respektive Ablauf.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.ms-sydney.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/DSC01777.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-3292\" src=\"https:\/\/www.ms-sydney.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/DSC01777-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\"><\/a> Mit Planung kann das ja kaum etwas zu tun haben :-).&nbsp; Wir laden noch einen Container an einem neuen Dock und dann geht\u2019s los, in Richtung Mannheim. Sp\u00e4testens morgen bekommen wir Bescheid, ob allenfalls in Duisburg noch etwas zugeladen werden muss. Bei sch\u00f6nstem Sonnenuntergang verliessen wird den Hafen Rotterdam und fuhren wieder in die dunkle Nacht. Dann wieder ein Anruf &#8211; Duisburg f\u00e4llt weg\u2026.&nbsp; Ja, so abwechslungsreich ist das Schifferleben. Dieser Ablauf sei&nbsp; bei Containerfrachten mehr oder weniger \u00fcblich und Folkert war \u00fcber den Ablauf sogar erfreut, da doch immer etwas lief. Ich gehe davon aus, dass die Stunden der t\u00e4glichen Umstellungen einfach unter weiteren Unkosten abgebucht werden ;-). In Dordrecht haben wir um 22.00 Uhr noch rund 24&#8217;000 Liter Diesel gebunkert, was in etwa dem Verbrauch unserer Route entspricht.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.ms-sydney.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/IMG_2437.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-3301\" src=\"https:\/\/www.ms-sydney.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/IMG_2437-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\"><\/a> Am Sonntag, 12.03.2017 erschien ich erst gegen 07.00 Uhr auf der Br\u00fccke, auf welcher Folkert schon wieder um 03.00 Uhr das Steuer von Peter \u00fcbernommen hat. Wir schipperten den ganzen Tag bei relativ hohem Wasserstand und entsprechender Str\u00f6mung auf dem Rhein zu Berg &nbsp;in Richtung Duisburg. Dort ist Peter nun endg\u00fcltig ausgestiegen, da es zu Hause seine Unterst\u00fctzung brauchte. Daf\u00fcr ist der neue Kapit\u00e4n Joris an Bord gekommen, welcher uns f\u00fcr den Rest der Reise begleitete. Auch heute konnte ich die Sjouwer wieder \u00fcber 5 Stunden selber durch den regen Verkehr steuern. Es ist erstaunlich, wie das doch schwere Schiff (aktuell ca. 1&#8217;400 Tonnen) anf\u00e4llig auf Str\u00f6mung und Wind reagiert. Diese Einfl\u00fcsse galt es speziell bei den vielen \u00dcberholman\u00f6vern zu beachten. Auch nutzte ich den vorhandenen Radar sowie das AIS, welches jedes Schiff auf der Karte mit Namen, L\u00e4nge, Breite und Geschwindigkeit anzeigt. So konnten wir in etwa absch\u00e4tzen, wie lange die einzelnen \u00dcberholman\u00f6ver dauerten. Trotzdem war zwischendurch eine kleine Korrektur oder&nbsp; ein Hinweis von Folkert sehr hilfreich f\u00fcr mich. Danke f\u00fcr die &#8222;Fahrschule&#8220;\u2026\u2026\u2026 man lernt nie aus.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.ms-sydney.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/IMG_2478.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-3303\" src=\"https:\/\/www.ms-sydney.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/IMG_2478-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\"><\/a> <a href=\"https:\/\/www.ms-sydney.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/IMG_2470.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-3302\" src=\"https:\/\/www.ms-sydney.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/IMG_2470-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\"><\/a>Als ob wir dies bestellt h\u00e4tten, ging bei der Durchfahrt von D\u00fcsseldorf gerade der Mond auf und erm\u00f6glichte das eine oder andere tolle Foto.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.ms-sydney.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/IMG_2581.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-3317\" src=\"https:\/\/www.ms-sydney.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/IMG_2581-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\"><\/a> <a href=\"https:\/\/www.ms-sydney.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/IMG_2592.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-3318\" src=\"https:\/\/www.ms-sydney.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/IMG_2592-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\"><\/a> <a href=\"https:\/\/www.ms-sydney.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/IMG_2594.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-3319\" src=\"https:\/\/www.ms-sydney.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/IMG_2594-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\"><\/a> Am Montag, 13.03.2017 schipperten wir weiter den Rhein hinauf, was bei diesem Wasserstand mit entsprechender Vorsicht vor sich ging. Die Str\u00f6mung muss jederzeit \u00fcberwacht werden. Wieder konnte ich w\u00e4hrend mehrerer Stunden den Schubverband lenken und war erstaunt, welche Streckenkenntnisse dem Kapit\u00e4n zu Hilfe kommen k\u00f6nnen. &#8222;Da etwas mehr Backbord &#8211; oder da etwas n\u00e4her zur Steuerbordtonne&#8220;. Mit diesen Infos lotste mich Folkert durch die teilweise engen Kurven, obwohl ich keinerlei Hindernis erkennen konnte. Bin ich doch mit dem eigenen Schiff diese Strecke schon mehrmals zu Tale gefahren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.ms-sydney.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/IMG_2489.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-3305\" src=\"https:\/\/www.ms-sydney.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/IMG_2489-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\"><\/a>Die ganze Mannschaft sass gem\u00fctlich im Steuerhaus, ich lenkte wieder das Schiff, als auf einmal ein Alarm vom Armaturenbrett die angeregte Diskussion unterbricht. Habe ich was \u00fcbersehen, war mein erster Gedanke. Nein, der Backbord Motor scheint ein \u00d6lproblem zu haben, welchem sich Folkert sofort annimmt. Er eilt in den Motorraum und informiert bei der R\u00fcckkehr die Matrosen Rio und Edwin, dass sie nach dem Kaffee 20 Liter \u00d6l nachf\u00fcllen (richtig, nach- und nicht auff\u00fcllen). Dazu wurde der Motor im Standgas etwas abgek\u00fchlt und anschliessend ganz ausgeschaltet. W\u00e4hrend dieses ganzen Man\u00f6vers fuhren wir mit nur einem Motor weiter durch die Br\u00fccken von Koblenz.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.ms-sydney.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/IMG_2543.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-3307\" src=\"https:\/\/www.ms-sydney.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/IMG_2543-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\"><\/a> <a href=\"https:\/\/www.ms-sydney.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/IMG_2540.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-3306\" src=\"https:\/\/www.ms-sydney.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/IMG_2540-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\"><\/a>Bei sch\u00f6nstem Wetter fuhren wir, f\u00fcr mich das erste Mal, die Loreley zu Berge. Die ganze Gegend sieht von dieser Seite, unserem hohen Sitzpunkt (F\u00fchrerhaus stand wieder oben) und der durch den Wasserstand bedingten niedrigen Geschwindigkeit ganz anders aus. Ich konnte diese Strecke draussen an der warmen Sonne geniessen, w\u00e4hrend die Matrosen das Schiff von Bug bis Heck sauber gewaschen haben. Nach R\u00fcdesheim ist dann langsam wieder die Nacht \u00fcber uns hereingebrochen und wir genossen die weitere Fahrt durch Mainz auf dem Rhein. Wieder begleitet uns der Mond und l\u00e4sst uns die Fahrt richtig geniessen.<\/p>\n<p>Am Dienstag, 14.03.2017 sind wir um 03.00&nbsp; Uhr in Mannheim eingetroffen, wo alle Container entladen werden. Nach dem Entladen des Autos, was auf Grund der am Quai festgemachten Schiffe wieder Millimeterarbeit f\u00fcr Folkert bedeutete, bin ich schon bald in Richtung &#8222;nach Hause&#8220; gefahren. Die Sjouwer wird immer wieder beladen und entladen werden und hoffentlich noch viele tolle und unfallfreie Fahrten machen k\u00f6nnen. Schiff Ahoi !!<\/p>\n<p>Ich habe diese Woche auf dem KVB Sjouwer in aller Form geniessen k\u00f6nnen. Erstens habe ich eine super Crew angetroffen, das Wetter hat, abgesehen vom ersten Tag mit Regen, sehr gut mitgespielt und das Schiff hat mich in jeglicher Hinsicht \u00fcberzeugt. Das (Zusammen-) Leben auf einem Binnenschiff ist sicherlich eine grosse Herausforderung aller Beteiligten, welche durch Folkert und seine Crew bestens bew\u00e4ltigt wird.<\/p>\n<p>Vielen Dank an Astrid (Sponsor), Folkert und Riny (Eigner), Peter und Joris (Steuerm\u00e4nner), Rio und Edwin (Matrosen) f\u00fcr eine unvergessliche Woche als Binnenschiffer. D A N K E !!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Seit Jahren tr\u00e4umte ich von einer Mitfahrgelegenheit auf einem Frachter. Dies nach M\u00f6glichkeit auf einem uns bekannten Gew\u00e4sser. Zum Gl\u00fcck tr\u00e4umte ich scheinbar nicht immer lautlos, sodass mich Astrid zu meinem letzten Geburtstag mit einer solchen Reise \u00fcberraschte. Nun ist es also soweit. Schon mehrere Monate war Astrid mit dem Reisevermittler der KVB Sjouwer<\/p>\n<div class=\"more-link\">\n\t\t\t\t <a href=\"https:\/\/www.ms-sydney.ch\/?p=3285\" class=\"link-btn theme-btn\"><span>Weiterlesen <\/span> <i class=\"fa fa-caret-right\"><\/i><\/a>\n\t\t\t<\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":3326,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-3285","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.ms-sydney.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3285","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.ms-sydney.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.ms-sydney.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ms-sydney.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ms-sydney.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3285"}],"version-history":[{"count":27,"href":"https:\/\/www.ms-sydney.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3285\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4103,"href":"https:\/\/www.ms-sydney.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3285\/revisions\/4103"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ms-sydney.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/3326"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.ms-sydney.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3285"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ms-sydney.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3285"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ms-sydney.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3285"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}